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ABAPéro

24. Februar, 17:15

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Foto: Dominique Marc Wehrli


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Sporthalle Weissenstein


Treffpunkt:
 17:15 Uhr


Haupteingang der Sporthalle
Könizstrasse 111, 3008 Bern

Führung:
Benjamin von Schulthess,
 Architekt und Projektleiter bei Penzel
Valier
Philipp Luginbühl,
 Geschäftsleitung SpoHaWe AG, Sportamt Stadt Bern

In unserem Entwurf für die Sporthallen Weissenstein mit einer Wettkampfhalle für 2000 Zuschauer und einer zusätzlichen Trainingshalle haben wir aus städtebaulichen Gründen die zwei Hallen gestapelt angeordnet. Die Wettkampfarena mit den seitlichen Tribünen wird in das Terrain eingegraben. Die Trainingshalle spannt sich quer darüber. Die beiden Seitenwände der oberen Halle dienen dabei als grosse Überzüge für die Überspannung der darunter liegenden Arena. In der ersten Projektphase war diese Brückenkonstruktion als Fachwerk noch direkt ablesbar. Im Zuge der Überarbeitung haben wir die zwei grossen, längsgerichteten Fachwerke durch Scheiben auf einer Reihe von V-förmigen Stützen ersetzt. Die Fachwerkträger werden sozusagen ‚selektiv’ vergossen, die plastisch hervorgehobenen V-Stützen deuten ihren Ursprung zwar noch an, erhalten aber eine gewisse Autonomie. Die Träger und Scheiben sind mit Spannkabeln versehen, die entsprechend der Beanspruchungen verlegt sind. Sie bilden so etwas wie verdeckte Figuren der Kraftverläufe, die unter den opaken Betonflächen unsichtbar bleiben. Insgesamt entsteht dadurch ein deutlich archaischerer Ausdruck, der das Stapeln des Konstruktes nur noch auf übertragene Weise repräsentiert. Die plakative Veranschaulichung der Brückenkonstruktion wird zugunsten einer unterschwelligeren Andeutung des Tragverhaltens zurückgenommen.
Das Haupttragwerk aus Trägern und Scheiben wird über die Aktivierung der Decken und die wenigen inneren Wandscheiben ausgesteift und stabilisiert. Wie bei einem Mobile stehen damit mehr oder weniger alle vorhandenen Bauglieder in einem Wirkungszusammenhang. Eine formale Abbildung dieser Zusammenhänge ist unseres Erachtens nun aber weder sinnvoll, noch in dieser Komplexität überhaupt möglich. Mit der formalen Metamorphose vom Fachwerkträger zu einfachen, raumdefinierenden Scheiben haben wir im Gegenteil versucht, die städtebaulichen und räumlichen Qualitäten zu stärken und die ohnehin schwierige ‚Erklärung’ des Tragverhaltens zurück zu nehmen. Das Tragwerk hat so nach wie vor eine starke physische Präsenz, ohne dass man aber sofort erkennt, wie es funktioniert.

Christian Penzel, Auszug Vortrag Nervi-Symposium, Berlin 2013

 

Details

Datum:
24. Februar
Zeit:
17:15

Veranstaltungsort

Sporthalle Weissenstein
Könizstrasse 111
Bern, 3008 Schweiz
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